Entwicklung in meiner Selbstständigkeit

Der 1. Juli 2026 ist für mich ein besonderes Datum:

19 Jahre selbstständig- ein Datum mit gemischtenGefühlen.

Denn natürlich ist da auf der einen Seite Stolz, noch da zu sein.
Stolz auf die vielen Wandlungen, in denen immer mehr von mir selbst sichtbar wurde.

Mit 7 Jahren lernte ich Blockflöte. Als der Lehrer dahinterkam, dass ich aktuelle Radiohits in Noten aufschrieb und flötete, empfahl er Klavierunterricht. Der startete mit 10 Jahren, mit 15 kam unverhofft die Kirchenorgel dazu. Der Lehrer empfahl das Kirchenmusikstudium, auf das ich mich entsprechend neben dem Abitur vorbereitete.

Mit 17 begann ich Klavier zu unterrichten. Da kam der lebensverändernde Anruf vom örtlichen Musikhaus, man habe ein Buch mit einer neuen Methode von der Frankfurter Musikmesse mitgebracht. Nach dem Buch unterrichte ich heute noch, auch wenn ich jede neue Klavierschule inspiziere, mit Enttäuschung. Insofern beim bewährten bleiben.

Blockflöte studierte ich im Nebenfach und unterrichtete sie dann auch schon an meiner ersten Kirchenmusikerstelle.

Nach meinen 4 Kindern unterrichtete ich für diverse Organisationen, bis ich wie die Jungfrau zum Kinde zu einer Musikschule in Sarstedt kam. Ausgelöst dadurch, dass ich als Chorleiterin arbeitete, ein Arbeitsfeld von Kirchenmusikern, neben dem Orgelspielen, Dienstbesprechungen, Fundraising, …

Die Selbstständigkeit definierte ich rückwirkend mit dem 1.7.2007, dem ersten Familienkonzert „Von Dinosauriern, Kirchenmäusen und anderen Tieren“. Es hatte schon Ansätze gegeben aus dem schlechtbezahlten Kirchendienst mehr zu machen mit weniger Zeit. Also auch weniger Betreuungszeit für meinen behinderten Sohn. Mehr Zeit mit der Familie, das stand schon im Vordergrund.

Dann kam die „Biene Beatrix“, das erfolgreichste Kinderkonzert auch über Konfessionen hinweg. Da war der Text notgedrungen von mir. Ein Buch über meine Leidenschaft, das Orgelüben, schrieb ich seit 2010. Darin war schon viel von Üb-Mentor. Darauf fußt auch der Üb-Kreislauf.

Ich dachte lange, ich würde Musik unterrichten, Orgel spielen und Bücher schreiben. Als Training, Mentoring, Coaching dazukam, dachten alle, es sei ein Fremdkörper – ich auch.


Heute weiß ich: Ich baue Räume, in denen Menschen sich begegnen und wachsen können.

Mit der Gemeinschaft durch ein Konzerterlebnis, in dem auch ein Raum wahrlich zum Klingen kommt, begann es. Die vielen Flur- und Wohnzimmer-Konzerte mit Kaffee, Spiele-Wochenenden mit Verpflegung.

Das Lehren spielte immer eine wichtige Rolle, …

… ob ich in Orgelkonzerten über Robert und Clara Schumann berichtete. Oder einen Kurs mit Live-Musikbeispielen über all die wunderbaren musikalischen Formen wie Rondo, Toccata, … anbot. Ja, in mir steckt viel vom kleinen Kugscheißerchen Griseldis. 😉

Dazu passt gut, dass ich als ich 2021 die Fülle fand, feststellte, dass es mehr Erklärung bedarf. Zuerst für mich selbst, um zu verstehen … Dann um es anderen zu erklären.

So habe ich es immer gehalten: Verstehen – und weitergeben.

Geheimniskrämerei ist mir fremd. Wenn etwas wichtig ist, dann sage ich es. Erst recht jetzt, wo ich älter werde.

Rückblickend hatte ich nie fünf verschiedene Berufe. Ich habe seit 19 Jahren an denselben fünf Fäden weitergesponnen:

Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

Erst im Rückblick habe ich verstanden, dass meine Stärke nicht darin liegt, bestehende Systeme zu verwalten. Ich liebe es, Lernräume zu gestalten, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und neue tragfähige Konzepte entstehen zu lassen.

Das hat auch mit nunmehr auch 12 Jahren Abstand schlüssig erklärt, warum das mit dem Chorleiterin sein nicht geklappt hat. Es war der Raum der Chöre, und der war entgegen meinen Erwartungen nicht auf Wachstum und Entwicklung ausgelegt. Logisch.

Gern erinnere ich mich an die Entwicklungs- Arbeit für Übmentor am Flipchart, später dann an der Tür meines Arbeitszimmers über einen Jahreskurs mit den ersten Ansätzen von Persönlichkeits-Entwicklung. Auch international wurde schon gedacht. 2018 auf einer Reha, was für eine schöne große Schrankwand.  In meiner ersten Vision 2021 kommt dann die Umwandlung auf Englisch auch schon vor.

Die Tür ist heute Werkzeug für Handlungsstränge der Romane aus Bergheide. Viele andere Tools kommen zum Einsatz, das Leben ist ein wenig digitaler geworden.

Beim Vorbereiten dieses Artikels hatte ich jede Menge Aha-Momente.

Auch wenn ich aktuell meine 5 Jobs so aufzähle:
1. Musiklehrerin
2. Trainerin/Menotrin/Coach
3. Autorin
4. Vermieterin
5. Verhinderungspflege

So ist doch die Verhinderungspflege besonders schön. Denn das sind Musikkinder, für mich total normale lebhafte hochbegabte Kinder, die mit Musik, Geschichten und Marmorkuchen betreut werden. Das Beste aus mehreren Welten. Und eine schöne gemeinsame Zeit, die mich erfüllt. Da ist die Mama eines behinderten Kindes aktiv.

Schon länger spüre ich, dass das Orgelspielen wieder zu mir kommen wird, wie ich es 2020 vorausgesagt habe. Die Idee eher durchgehender Konzerte, die den Zuhörern wirklich Entspannung vom stressigen Alltag ermöglichen, die will ich weiterverfolgen. Dabei scheinbar unterschiedliche Musik verbinden und auf diese Weise ganz frisch erscheinen lassen. Das war das, was die Menschen an meinen Konzerten liebten. Die sagten, sie hätten das Gefühl, ich erzähle eine Geschichte – ohne Worte. Geschichten mit und ohne Worte.

Auch die Reihe „Klavierspielen mit Birgit“, die auf meiner Festplatter verstaubt, sollte zu Ehren kommen …

Noch ein Jahr bis zu meinem 20-jährigen Jubiläum da stellt sich mir eine spannende Frage:

Wie spinne ich dieselben fünf Fäden weiter – hin zu einem Leben, das ich liebe, und zu einem Mehrwert für andere?

Musik
Weiterhin mit Freude meine Sarstedter Musikschule Lebensfreude mit Musik gestalten und das Angebot erweitern – zum Beispiel mit Mama-Klavier, Trommeln oder kreativen Auszeiten gemeinsam mit einer Kollegin.

Kinder
Eltern-Kind-Kurse weiterentwickeln, die Musik, Instrumente, Kreativität und Geschichten aus dem Drei-Eulen-Wald miteinander verbinden.

Komponistin
Neue Lieder für Kurse schreiben, die Lebendasduliebst-Lieder weiterentwickeln und die Reihe Klavierspielen mit Birgit sowie meinen YouTube-Kanal persönlicher gestalten.

Autorin
Die bereits entstandenen Kindergeschichten veröffentlichen, die Lebenshaus-Bücher für Frauen und Männer fertigstellen, die Liebesromane schreiben und auch sonst neue Geschichten entstehen lassen.

Entwicklung
Die Zeit-Insel-Strategie weiterentwickeln, Menschen in vertiefenden Coaching-Prozessen begleiten und Begegnungsräume schaffen – in meinem internationalen Haus und darüber hinaus, gern auch mit einer guten Portion Spielfreude.

Und dann bin ich gespannt, was aus all dem erwächst, was ich über viele Jahre mit Liebe gesät habe.

Beim Schreiben dieses Artikels ist mir noch etwas klar geworden:

Meine schöpferische Kraft hat über Jahrzehnte immer wieder neue Formen gefunden – oft gerade unter schwierigen Umständen.

Musik, Geschichten, Kompositionen, Bücher, Kurse oder Coaching – sie entspringen derselben Quelle.

Vielleicht ist Kreativität deshalb für mich nie nur ein Beruf gewesen. Sie ist ein Ort, an den ich gehen kann. Ein Ort, an dem Neues entstehen darf, auch wenn das Leben gerade schwer ist.

Ich glaube, jeder Mensch braucht so einen Ort.

Dass du ihn findest, das wünscht dir
Birgit

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