Sicher kennst du das: Ein besonderer Zeitabschnitt beginnt, an den du große Erwartungen hast. Für die meisten sind das Urlaub oder Weihnachtsferien, Familienfeiern, besondere Zeiten zu zweit.
Hohe Erwartungen, überhaupt Erwartungen, sind ebenso wie Bewertungen eine perfekte Möglichkeit, dir selbst Misserfolgs-Erlebnisse zu bereiten.
Insofern arbeite ich schon viele Jahre daran meine SOMMERPAUSE so zu gestalten,
- dass sie mir dienlich ist.
- dass ist das schaffe, was ich mir vorgenommen habe.
- dass aber auch besondere Dinge stattfinden.
Meine SOMMERPAUSE ist Musikschul-freie Zeit, die ich zuhause verbringe. Auch deshalb, weil ich dann eigentlich meinen Gemüsegarten pflegen und beernten will. Das klappt auch dieses Jahr nicht so wirklich, aber das ist eine andere Geschichte.
Meine SOMMERPAUSE ist nun schon gut 2 Wochen vorbei, dennoch habe ich mir jetzt Zeit genommen, ein Resummée zu ziehen.
Mein erster Schritt bei der Planung:
Oben auf eine Doppelseite kommen ganz viele Kreise zum Ausmalen hin für besondere Erlebnisse, die ich mir wünsche. Und zwar immer für Juli und den ganzen August. Das sind ganz klar Wald-Zeiten und See-Zeiten, schöne Treffen und Unternehmungen mit Lieblingsmann und oder Freunden. Ich beschränke mich dabei wie sonst auch auf einen maximal zwei Termine die Woche. Ich weiß von mir, dass ich das so am besten genießen kann. Mehr ist mir oft zuviel, gerade, wenn ich abtauche in mein aktuelles Buch und grundsätzliche sehr persönliche Themen.
Dann notiere ich Themen, Projekte, was ich erleben möchte- eben alles, was mir so einfällt. Ich höre also auf meine Sehnsüchte, Wünsche, … vielleicht mehr als sonst.
Ich stelle MICH in den Mittelpunkt meiner SOMMERPAUSE.
Dennoch habe ich aus den Zeiten der großen Musikschule beibehalten, einmal die Woche in Sarstedt nach dem Rechten zu sehen, mitunter verbunden mit Coaching und sozialen Terminen. Natürlich wird geputzt, gewaschen, aufgeräumt, sortiert, … wie das jeder Lehrer in den Ferien macht. So wie auch Zuhause alte Unterrichtsinhalte wieder einsortiert und neue rausgelegt weren, die wohl kommen werden in den nächsten Monaten.
Auch Zuhause laufen ja Projekte weiter, ein gewisser Alltag.
Diese Sommerpause habe ich mich aber wirklich erholt,
trotz aller privaten Widrigkeiten, die es auch gab. Das hatte vor allem mit zwei Dingen zu tun:
Ich habe mich wirklich ausgeruht, täglicher Power Nap, dabei aber morgens frühes Aufstehen (also 7 Uhr) und generell mehr Frei-Zeit. Es gab das Bild vom Schmetterling, dessen einer Flügel „unerschütterlich arbeiten“ als Aufschrift hat. Der andere Flügel aber „unerschütterlich ausruhen“ hat, und ein Schmetterling kann nur mit beiden Flügeln fliegen. Als Selbstständige mit 5 Jobs eine Revolution.
Zum andern habe ich mich wirlich um mich gekümmert: ich war beim Friseur, habe mir endlich neue Hausschuhe gekauft (nein, ich shoppe nicht gern!), habe mir endlich eine Lesebrille zugelegt und drei Massagen gebucht. So viel Geld habe ich ewig nicht „nur für mich“ ausgegeben. Es ist gut angelegt.
Vieles von dem, was ich mir gewünscht habe, hat nicht geklappt:
Weder haben wir zu zweit den so geliebten Ausflug nach HH gemacht, noch habe ich wirklich eine Wanderung in den Deister ode ans Steinhuder Meer gemacht- wie viele Jahre das schon auf meiner Liste steht? Ich erinnnere mich nicht mehr…
Dennoch würdigte ich bei dem Abschluss, dass wir zweimal im Kino waren, in der Strand-Alm am Silbersee, zweimal bei Jim Block und in einer Tapasbar. Hätte das mehr sein können? Ja. Hab ich es genossen und hat es einen Platz in meinem Herzen? Oh ja.
Es gab endlich einen großen Erfolg: Diabetes von 7,7 auf 6,7 runter. Das ohne eine Medikamentenumstellung. Es ist passiert, was vorausgesagt war: Dass nach den hohen Werten durch HB90 und das Aufräumen in der Tiefe Klarheit kommen wird. Und mir ihr niedrigere Zurckerwerte. Das stimmt.
Auch habe ich mehr Gefühl für meinen Akku und Strategien, ihn aufzuladen. Grundsätzlich arbeite ich weniger Stunden, so denke ich. Meine Aktionen sind zielgerichteter, weil ich weiß, welche Dominos ich umfallen lassen muss. Wenn das passiert, ist das ein geliebter, intensiv wahrgenommener Moment. Ich würde sagen, dass ich mehr im Hier und Jetzt lebe. Dass ich mehr Selbstvertrauen habe und mir weniger Sorgen mache. Das musste sich in dem Daibetes-Wert spiegeln. Wie es weitergeht? wir werden sehen.
Was alles nicht geklappt hat!?
Der Gärtner hat ja Grund in den Garten gebracht, ansonsten hat mich der Garten praktisch nicht gesehen. Die untere Terrasse wurde vom Dach und allem, was rumstand befreit. Wurde das wieder eingerichtet? Nein. Keine Ahnung, wann der liebe Mensch Zeit hat, das zu machen.
Gelaufen bin ich auch nicht so. Die Hitze hat mich geschafft. Vielleicht auch eine Ausrede, Selbstsabotage? Vermutlich schon. Diesbezüglich bin ich nicht zufrieden.
Das worauf ich mich am allermeisten gefreut hatte, ist nicht passiert: Ich war nicht in der Romanwelt der Liebesromane von Bergheide.
Mein neuer Laptop hat mich weite Teile meiner SOMMERPAUSE gekostet. Aber andererseits wäre das neben dem normalen Turn auch noch schwieriger gewesen. Ganz abgeschlossen ist auch dieses Projekt nicht.
Ist das Leben vorbei, wenn die SOMMERPAUSE vorbei ist?
Nein, natürlich nicht. Dann darf man sich wieder anpassen. Und feststellen wie anstrengend doch 10 Schülerfamilien in 5 Stunden sein können, weil es wieder ungewohnt ist. Das hilft, neuen Respekt vor der eigenen Arbeit zu bekommen, auch wenn sie eben vielfach anderweitig abgewertet wird. Und es kann passieren, dass die erste Erkältungswelle läuft und der Körper Ruhe haben darf, um sich damit auseinander zu setzen.
Was sich verändert hat?
Ich will mehr Zeiten zum Ausruhen, Genießen, ich will mehr draußen sein. Wenn man so will: ein ausgewogeneres Leben haben, mehr leben und nicht „nur“ arbeiten. Ohne schlechtes Gewissen „frei“ haben, das habe ich geübt. Und Üben hilft ja bekanntlich.
Weil ich mich verändert habe, wird sich auch meine Arbeit verändern. Dinge kommen zum Abschluss, Neues entsteht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn du wissen willst, wie es weitergeht? Stay tuned.
Birgit

